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Bauforschung - Verformungsgetreues Aufmaß

Um Objekte in einfacher bzw. annähernd wirklichkeitsgetreuer Weise zu dokumentieren, genügen in der Regel Aufmaße mit der Genauigkeitsstufe I bzw. II. Die Methode ist sinnvoll, wenn keine Eingriffe in die Bausubstanz zu erwarten sind und auf bereits vorhandene Planunterlagen zurückgegriffen werden kann. Darüber hinaus handelt es sich um eine kostengünstige Methode, um die Grundlage für Orts- und Stadtbildanalysen zu schaffen.

Genauigkeitsstufe I leistet eine schematische Charakterisierung der Bausubstanz in bezug auf Raummaße, Höhenentwicklung, Dachkonstruktion sowie äußeres Erscheinungsbild. Damit ergibt sich eine vollständige Darstellung der Baulichkeiten inklusive Raumbezeichnungen und -nummern, die allerdings keine Schäden oder Verformungen beinhaltet. Die üblicherweise im Maßstab 1:100 gezeichneten Pläne genügen als Grundlage für Renovierungen ohne Eingriffe in die Bausubstanz.

Die Genauigkeitsstufe II entspricht annähernd den tatsächlichen Gegebenheiten des Objektes, so daß sie im Maßstab 1:100 oder 1:50 als Grundlage für eine sachgerechte Sanierung dienen kann. Als Bestandteil einer Inventarisation liefert sie Informationen über konstruktive Details von Wänden und Böden, Verformungen sowie über frühere Zustände. Dementsprechend liegt die Maßgenauigkeit bezogen auf das Gesamtgebäude bei ± 10 cm.
Nicht die Konstruktion betreffende Details, wie z.B. Ausstattungsmerkmale, können in vereinfachter Form dargestellt werden. Die Pläne sind auch als Grundlage für die Kartierung von weiterführenden restauratorischen Untersuchungen geeignet.

Die Genauigkeitsstufe IV wird bei Bauwerken von außergewöhnlicher Bedeutung und mit ebensolchen Ausstattungsmerkmale erforderlich, in der das verformungsgetreue Aufmaß im Maßstab 1:25 zusätzlich um detaillierte Darstellungen von Einbauten oder konstruktiven Details ergänzt wird.

Um eine adäquate Grundlage für schwierige Umbau- oder Restaurierungsarbeiten liefern zu können, muss die Messgenauigkeit im Maßstab 1:25 innerhalb ± 2 m liegen. Bei einem größeren Maßstab verringert sich dieser Spielraum entsprechend. Das Aufmaß dient zum Beispiel als Grundlage für Rekonstruktionen oder einen Wiederaufbau.

Inhaltlich gibt die Stufe IV ebenso wie die Stufe III Aufschluss über Konstruktion, Schäden und Zustand der Baulichkeiten sowie über frühere Bauzustände. Darüber hinaus erlaubt der große Maßstab eine genaue Dokumentation von Verbindungen, Profilen und Fugen, wie sie teilweise erst im Laufe einer Baumaßnahme zu Tage treten.
Dementsprechend ist dafür Sorge zu tragen, dass die Pläne auch während einer Baumaßnahme ständig ergänzt werden können.

Im Hinblick auf weitere historische Forschungen sind Pläne der Genauigkeitsstufe IV als wichtigstes Instrumentarium anzusehen, das eine befriedigende Auseinandersetzung mit dem Objekt über die Baumaßnahmen hinaus ermöglicht. Schließlich sind einige, vor allem konstruktive Details nach Beendigung der Baumaßnahme zumeist nicht mehr ohne weiteres einsehbar.
Ebenso ist die Detailaufnahme bei der typologischen Einordnung und der späteren bauhistorischen Bewertung im Vergleich mit anderen Objekten hilfreich.

Alte Kapelle - Beispiel Stufe I
Beispiel Stufe II


Alte Kapelle - Beispiel Stufe II-III
Beispiel Stufe II


Grundriss Beispiel Stufe III
Beispiel Stufe III


ehemaliges Augustinerkloster Beispiel Stufe IV
Beispiel Stufe IV


ehemaliges Augustinerkloster Steinaufmaß Beispiel Stufe IV Beispiel Stufe IV