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Bauforschung - Substanzanalyse

Bei der Substanzanalyse greifen unterschiedliche Disziplinen ineinander, die insgesamt zur näheren typologischen und zeitlichen Einordnung eines Denkmals beitragen. Unerlässlich sind fundierte Kenntnisse über historische Materialien, Konstruktionsweisen und Techniken inklusive der daraus resultierenden Dimensionen, um die unterschiedlichen Befunde am Objekt richtig zu bewerten und zueinander in Beziehung zu setzen.

Um beispielsweise Baufugen richtig einschätzen zu können, sind die verwendeten Materialien in Struktur und Bearbeitung differenziert zu betrachten. Dabei liegt das Augenmerk nicht nur auf natürlichen Werkstoffen, sondern auch auf heterogenen Werkstoffen wie Bimssteine oder Estriche, deren Zusammensetzungen sich im Laufe der Zeit veränderten.

Auch anhand der Konstruktionen und der verwendeten Materialien können Bauentwicklungen und Reparaturphasen überprüft werden. Gerade für die Einschätzung von Details bezüglich ihrer "Originalität" ist es notwendig, die alte Bausubstanz von der nachempfundenen oder kopierten zu unterscheiden.

Im Einzelfall muß überprüft werden, inwieweit spätere Ergänzungen oder Reparaturen bewertet werden sollen, die aus heutiger Sicht bereits wiederum historisch geworden sind. Schließlich dokumentieren beispielsweise die denkmalpflegerischen Bemühungen des späten 19. Jahrhunderts die damalige Sicht auf "Denkmäler" und ihre Bedeutung für ein historisch definiertes Selbstverständnis.

Die sorgfältige Analyse der unterschiedlichen Baumaterialien an Baufugen, Vermauerungen oder Reparaturstellen kann erheblich zur Klärung von Fragen beitragen, die sich bei nur oberflächlicher Betrachtung der Räumlichkeiten ergeben.

Die Verwendung von Spolien oder anderen älteren Baumaterialien, die entweder aus Abbrüchen im Objekt selbst oder von außerhalb stammen können, ist dabei stets in Betracht zu ziehen.

Ida Becker Heim, Auszug Katasterplan
Ida Becker Heim, Auszug Katasterplan