Informationen und Berichte

 

"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.
Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen."

John Ruskin, engl. Sozialreformer, 1819-1900

 


Spart Dämmung wirklich ein?

Steigende Heizkosten drängen viele Hausbesitzer vermehrt zu Energiesparmaßnahmen. Verstärkt wird dieser Entschluß durch die Dämmstoffindustrie, die bei der Verwendung ihrer Materialien gigantisch verringerte Heizkosten verspricht. Diese Einsparungen stellen sich jedoch nicht immer ein. Vielmehr können die Energiekosten sogar, wie der WDR in einer Sendung vom 13.09.2003 zeigte, steigen.
Glaubt man der Dämmphilosophie des U-Wertes dann wird der Abfluß von Heizwärme durch geschäumte Materialien sehr gut eingedämmt. Betrachten wir aber, was dieser U-Werte normgemäß aussagt, dann beschreibt er nur die Einleitung von Wärmeenergie aus Luftmolekülen in die Oberfläche eines Baustoffes. Klar, daß da die Oberfläche dichter und schwerer Stoffe von der sie umgebenden Warmluft mehr Energie aufnimmt als zum Beispiel das leichte Gefüge einer Mineralwolle. Doch ist das Ausschlag gebend für die Einsparung von Heizernergie?
Entscheidend ist hier das Verhalten der Gebäudehülle gegenüber Wärmestrahlung und da sind nur massive und gut speicherfähige Materialien leistungsfähig. Sie sind in der Lage Wärmestrahlung zu speichern und große Mengen dieser aufgenommenen Wärme wieder zurückzustrahlen.
Die in diesem Bereich genormte Bauphysik läßt diese Rückstrahlung nur für von außen eingespeicherte Solarenergie zu. Selbstredend gilt das aber auch für die innere Wandseite. Da Wärme nur sehr langsam durch die, sommerlich kühlen und winterlich warmen, massive Gebäude hindurch wandert, stellen diese echte Energiesparer dar.
Dämmfassaden hingegen kühlen, auf Grund mangelnder Speichermasse, abends so schnell aus, daß die noch warme Außenluft an den kühlen Fassadenflächen kondensiert. Diese Feuchtigkeit reichert sich in und unter der Putzschicht an und führt schließlich zu dem an Wärmedämmverbundfassaden bekanntem äußerst unschönen Algenbewuchs.

Christian Ewald, Dipl.-Ing. Architekt
unabhängiger Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund e.V.